Wohnungsbau versus Kleingärten?

mit freundlicher Genehmigung der Berliner Zeitung, Grafik: Anja Kühl

mit freundlicher Genehmigung der Berliner Zeitung, Grafik: Anja Kühl

Der Senat hat am 25.03.2014 den „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“ (Step Wohnen2025) zur Kenntnis genommen und ihn dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme zugeleitet. Der „Step Wohnen 2025“ soll Antworten darauf geben, wie viele neue Wohnungen Berlin braucht und wo sie gebaut werden können.

Dazu Senator Müller: „Berlin braucht neue Wohnungen – schon für die Menschen, die heute hier leben, erst recht aber für all jene, die in den nächsten Jahren noch in unsere Stadt kommen. Berlin hat den großen Standortvorteil, dass es noch ausreichend Flächen gibt, um diese Wohnungen zu bauen.“

Nach Analyse des Grundstücksbestandes sind die Fraktionen des Abgeordnetenhauses Ende 2012 Anfang 2013 übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass die Freiflächen des Landes für den nötigen Wohnungsneubau ausreichen, ohne Grünflächen aufgeben zu müssen.

Der Senat will „alle Anstrengungen  unternehmen, dass sich das Wachstum sozial- und klimaverträglich …vollzieht“. Leitlinien, die die zentralen Handlungsfelder der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik darlegen, sehen  eine gleichgewichtige bauliche und  ökologische Entwicklung vor.

Könnten wir alles unterschreiben,  aber die Planungsrealität sieht anders aus!

In Charlottenburg-Wilmersdorf sollen 10 Kleingartenanlagen mit einer Fläche von 193 Hektar versiegelt werden. Nach dem „Step Wohnen 2025 sollen darauf 1.740 Wohnungen entstehen.

Auf der „Liste der für  den Wohnungsbau vorgesehenen Kleingartenanlagen“  sind rd. 40 Kleigartenanlagen ausgewiesen, davon allein 9 im Innenstadtbereich des ehemaligen Bezirks Wilmersdorf. Dies sind neben Oeynhausen mit 9,3 ha die Kleingartenanlagen Durlach, Seesener Straße, Am Fenn, Am Hohenzollerndamm, Am Stadtpark, Bundesallee, Paulsborn-Kudowa und Wiesbaden. Damit werden weitere  684 von  2000 Kleingärten in Wilmersdorf vernichtet und mehr als 191 ha Grünfläche dauerhaft und ohne Ausgleich versiegelt.  Weitere 400 Kleingärten auf rd. 136 ha sind im Kleingartenentwicklungsplan als unsicher ausgewiesen. Insgesamt sind damit im Altbezirk Wilmersdorf mehr als 50 % der Gärten auf einer Fläche von 330 ha ungesichert bzw. für den Wohnungsbau vorgesehen.

Was der Bezirk tut

Nach den Ausführungen im „Step  Wohnen 2025“wurden diese als „Potenzialflächen“ bezeichneten Kleingartenflächen mit den Bezirken, also auch mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf  erfasst. Dabei hatte die rot/grüne Mehrheit im Bezirk noch im Jahr 2011 vollmundig versprochen:

Die Kleingärten im Bezirk wollen wir erhalten, die bestehenden Kolonien langfristig sichern; das schließt Durlach, Wiesbaden, Stadtpark und Oeynhausen mit ein.“ Und weiter: „Zusätzliche Versiegelung sollen durch kompensatorische … Grünmaßnahmen ausgeglichen werden.“

Heute alles verschwunden in der rotgrünen Schublade  „Was schert uns unser Geschwätz von gestern“.

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