Spekulationsobjekt Kleingarten?

“Oeynhausen“ – das Gleichnis von der wundersamen Geldvermehrung, allerdings nicht nachzulesen bei Matthäus im vierzehnten Kapitel, sondern in den Akten unseres Bezirks: Kaufe für 600.000,– , kassiere „25 Mio“.

Die Sendereihe Klartext des RBB hat am 16.04.2014 über durch das Bezirksamt nicht vorgelegte wesentliche Akten in einem Gerichtsverfahren berichtet. Und darüber, dass durch Stadtrat Schulte, Bezirksbürgermeister Naumann, Umweltsenator Müller und Staatssekretär Gothe ein Missbrauch des Verwaltungsrechts geplant gewesen sein soll, um politisch erwünschte Ergebnisse zu erzielen und den Investor zu unterstützen:

RBB Klartext-Sendung vom 16.04.2014 “Demokratie schwer gemacht? Bürgerentscheid zur Kolonie Oeynhausen:

Der  Kleingärtnerverein Oeynhausen besteht seit 110 Jahren und ist Teil der Geschichte Schmargendorfs. Im Zusammenspiel des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Investor Lorac soll nunmehr der größte Teil dieses Kleingartengeländes mit Luxuswohnungen bebaut  und damit geschichtlich entsorgt werden.

2008  verkaufte überraschend die Post AG ihr 93.000 qm großes Gelände an den texanischen Finanzinvestor Lonestar/Lorac für einen Kaufpreis von rd. 600.000,–€. Dies ist ein Quadratmeterpreis von 6,45 € und somit ein Preis für Kleingartenland und nicht für Bauland. Zum Kaufzeitpunkt waren die seit 1986 bestehenden Planungen und Beschlüsse auf Bezirks- und Landesebene zur Sicherung der Grünfläche seit Jahrzehnten bekannt.

Unter Berufung auf einen  alten Baunutzungsplan aus dem Jahr 1958 bekundete Lorac gegenüber dem Bezirksamt sein Interesse an einer Wohnbebauung des Kleingartenlands und legte ein Gutachten vor, mit dem Schadensersatzforderungen von 50 Millionen Euro geltend gemacht werden, wenn ihr das Bauen nicht genehmigt werden würde. Zwei vom Bezirksamt eingeholte Gutachten kamen allerdings zu dem entgegengesetzten Ergebnis, nämlich dass keine Entschädigung bzw. maximal eine Entschädigung i.H.v. 870.000 € zu zahlen sei, wenn das Kleingartengelände durch einen Bebauungsplan dauerhaft gesichert wird. So ist es in den Bezirksakten nachzulesen.

Anstatt nun diesen Bebauungsplan wegen der klaren Aussagen in den beiden Gutachten zu verabschieden, unterstützt das Bezirksamt vielmehr die Bauabsichten von Lorac, die auf dem Kleingartengelände 700 Eigentumswohnungen zum Preis pro Quadratmeter von 4.500,–€ errichten will. 30 davon sollen zu einem m²-Preis von 9,00 € nettokalt angeboten werden. Bei einer durchschnittlichen Größe der Wohnungen von 100 qm käme ein Verkaufserlös von mindestens 315.000.000,–€ zustande.

Dieser  Grundstückspekulation stemmt sich das Bezirksamt unter Hinweis auf die völlig überzogenen Schadensersatzforderungen nicht entgegen, auch jetzt nicht, obwohl  sich Tausende von  Bürgern vehement und bisher erfolgreich mit Einwohneranfrage und Bürgerbegehren gegen die Bauabsichten von Lorac gewehrt haben. Mit dem anstehenden Bürgerentscheid am 25.5.2014 setzen  wir Charlottenburger-Wilmersdorfer Bürgerinnen und Bürger ein politisches Zeichen gegen Grundstücksspekulation mit Kleingartenland und gegen die Zerstörung unserer grünen Umwelt.

2 thoughts on “Spekulationsobjekt Kleingarten?

  1. Micha

    Die bundesweite Pest ist die antidemokratische Gier fast aller Parteien.
    Ist folgendes bekannt:
    …. “Der Bundesrechnungshof hat in jahrelanger Puzzlearbeit die vielen Seltsamkeiten bei der Abwicklung des DDR-Bankensystems untersucht. Der Bericht wurde als „streng vertraulich“ eingestuft. “—
    “..Die Berliner Bank zum Beispiel kaufte die aus der DDR-Staatsbank hervorgegangene Berliner Stadtbank für 49 Millionen Mark. Sie erwarb damit zugleich durch den Staat garantierte Altschuldenforderungen in Höhe von 11,5 Milliarden Mark – das 235-fache des Kaufpreises. Die Genossenschaftsbank West kaufte die Genossenschaftsbank Ost für 120 Millionen Mark und erwarb Altschuldenforderungen von 15,5 Milliarden Mark.”

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/schulden-ohne-suehne/620948.html
    Mfg aus Hamburg
    Micha

    Reply

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